Flöhe beim Menschen

Der Menschenfloh (Pulex irritans) ist in Mitteleuropa kaum noch anzutreffen, dennoch können Flöhe bei Menschen auftreten. Meist trifft es Tierhalter, die von Hunde- oder Katzenflöhen attackiert werden, denn die Blutsauger sind bei der Wahl ihres Wirtes weit weniger eingeschränkt, als es ihre Bezeichnung vermuten lässt. Die Flohstiche können einen sehr hartnäckigen Juckreiz verursachen und außerdem diverse Krankheiten übertragen.

Flöhe beim Menschen: Einen Befall erkennen

Der dunkelbraun gefärbte Menschenfloh kann bis zu 3,2 Millimeter groß werden. Im Unterschied zu anderen Flöhen besitzt er keinen Stachelkamm im Nacken oder am unteren Rand des Kopfes, allerdings wird man bei einem akuten Befall ohnehin kaum in der Lage sein, einen Floh dahingehend zu untersuchen.

Wichtiger ist es deshalb, die Flohbisse beim Menschen von den ähnlich aussehenden Mückensticken zu unterschieden. Die entscheidenden Hinweise geben Lage und Anordnung der Quaddeln: Mückensticke befinden sich meist an exponierten Stellen, etwa an Armen oder Beinen, während Flöhe warme und feuchte Körperregionen bevorzugen. Mückenstiche treten einzeln auf, Flohbisse sind meist in Gruppen oder auch in einer Linie hintereinander angeordnet.

Ein interessantes Video zu Flöhen beim Menschen von einem Kinderarzt



Was hilft gegen den Juckreiz?

Flohbisse beim Menschen können mit starkem Juckreiz einhergehen, insbesondere dann, wenn eine allergische Reaktion gegen den Speichel des Flohs vorliegt. Dennoch sollte man möglichst vermeiden, dem Juckreiz mit ausgiebigem Kratzen zu begegnen, da sonst bakterielle Sekundärinfektionen drohen.

Der Juckreiz kann durch Antihistaminika aus der Apotheke gelindert werden, wie sie auch bei Mückenstichen angewendet werden. Hilfreich ist es auch, die Bissstelle punktuell auf etwa 50 Grad Celsius zu erwärmen: Auf diese Weise werden die chemischen Verbindungen im Flohspeichel zerstört, sodass er keine weiteren Irritationen mehr auslösen kann.

Außerdem helfen folgende Hausmittel gegen den Juckreiz:
  • Teebaumöl
  • die Schnittfläche einer halbierten Zwiebel, Tomate, Zitrone oder Kartoffel
  • ein in Essig getränkter Wattebausch
  • Franzbranntwein
  • zerdrückter Spitzwegerich
Da die Flöhe meist durch ein im Haushalt lebendes Tier übertragen werden, ist es auf jeden Fall nötig, die Haustiere gegen Flöhe zu behandeln. Ein Flohhalsband ist aufgrund seines begrenzten Wirkungsbereichs nur für kleine Hunde sinnvoll, bei großen sorgt es lediglich dafür, dass die Flöhe vom Hals in Richtung Schwanz wandern. Flohshampoo und ein Umgebungsspray für die Schlafplätze komplettieren die Therapie. Es empfiehlt sich die Behandlung aller im Haushalt lebenden Tiere (Hunde, Katzen) sowie eine anschließende Wurmkur.

Mögliche Gefahren durch Flöhe beim Menschen

Im Gegensatz zu Haustieren sind Menschen kaum gefährdet, sich durch Flöhe einen Bandwurm zuzuziehen, denn dazu müsste der Floh verschluckt werden. Auch die Pest, bei deren Ausbreitung Flöhe im Mittelalter eine entscheidende Rolle spielten, ist in Mitteleuropa kaum noch eine Bedrohung. Flöhe bei Menschen können jedoch folgende Krankheiten übertragen:
  • Fleckfieber
  • Borreliose
  • Schweinepest
  • Kinderlähmung
Besteht der Verdacht, dass durch die Flohstiche Krankheiten übertragen wurden, lässt sich z.B. über die Blutwerte feststellen, ob im Körper eine Entzündung vorliegt oder die Werte ausserhalb der Norm liegen. Dann sollten hierzu auf jeden Fall weitere Untersuchnungen erfolgen.Als Überträger ernster Erkrankungen sollten Flöhe auf jeden Fall umfassend bekämpft werden, sobald ein Befall festgestellt wurde. Angezeigt sind verstärkte Reinigungsbemühungen in der Wohnung, die insbesondere Teppiche, Polstermöbel und Betten umfassen sollten. Außerdem können auch Insektizide oder Entwicklungshemmer helfen. Auch alle im Haushalt befindlichen Tiere sollten behandelt werden.